„Musik war ihre Rettung im KZ“

Klaus Försterling hat die Geschichte seiner Mutter aufgearbeitet. Das fand ich gestern in der Zeitung (HNA).

„Die Musik hat seiner Mutter das Leben im Konzentrationslager gerettet….“, – davon ist Klaus Försterling aus Kassel überzeugt. Er hat seine Familiengeschichte, über die kaum gesprochen wurde, inzwischen akribisch aufgearbeitet……

„Ich wollte immer wissen, was damals passiert ist“, – sagt er. Denn die Verhaftung hatte gravierende Folgen.

÷÷÷÷÷÷Es ist wohl manches Unmenschliche gerade auch gegenüber deutschen Familien damals geschehen. Vielleicht wird der Schleier des Schweigens ja doch auch darüber nach und nach gehoben?

Es waren nicht „Die Deutschen“ sondern das herrschende System.

Alice Försterling war Pianistin, spielte aber auch andere Instrumente wie die Laute.

Zu Beginn war sie eine glühende Verehrerin Adolf Hitlers gewesen und spielte in der Reichsmusikkammer.

„Mit dem Kriegsbeginn allerdings änderte sich ihre Einschätzung. Die Pianistin und Musiklehrerin unterrichtete auch jüdische Schüler, und weigerte sich, zum Beispiel Stücke des jüdischen Komponisten Mendelssohn aus dem Repertoire zu nehmen.

Die Familie wohnte damals in Bad Karlshafen. Dort wurden in einem Lager auch französische Kriegsgefangene untergebracht. Einer von ihnen sollte den Försterlings bei der Gartenarbeit helfen. „Meine Mutter sprach gut Französisch“, sagt Klaus Försterling. Da der Gefangene zudem Klavier spielen konnte, entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung. Als das der Lagerleitung auffiel, durfte der Gefangene das Lager nicht mehr verlassen. Eines Nachts flüchtete er und klopfte an die Tür von Alice Försterling. Die versteckte den Mann im Keller.

Kurze Zeit später habe die Gestapo nach dem Mann gefahndet und ihn in seinem Versteck bei den Försterlings gefunden. „Meine Mutter kam in Kassel vor Gericht und wurde verurteilt“, sagt Klaus Försterling.

….“Weil der Vater als Soldat im Krieg war, wurden die drei Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Die älteren Geschwister durften nicht mehr in die Schule gehen und mußten bei Bauern in der Umgebung helfen. Der Jüngste kam zu einer Pflegemutter.

Seine leibliche Mutter sollte Klaus Försterling erst nach dem Kriegsende wiedersehen. Die war nach der Verurteilung in Kassel zunächst nach Ziegenhain gebracht worden. Später wurde sie dann in ein Außenlager des KZ Theresienstadt deportiert.“

÷÷÷÷÷÷Hier beende ich meinen Bericht.

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