Manche Dinge können irdisch nicht zuende geführt werden. Was im „Himmel“ zählt, ist das Bemühen.

Das muß ich nun einsehen: Diese Knospe kann keine Blüte mehr werden. Aber ist sie vom Wesen her nicht längst Blüte geworden?

Der „Himmel“ mißt mit anderem Maß als wir Menschen. Da zählt allein das Bemühen.

Und in dem Sinne ist alles getan worden. Der Strom des Lebens nimmt es auf und trägt es weiter, macht neues Erblühen möglich.

Die Trichterknospe befreit

Sie wartet noch auf ihr Erblühen, verharrte bis jetzt als Knospe zwischen den Tannenzweigen. Soll das so bleiben?

Die wunderbar feine Spitze dieser Schraubenschneckenform sah ich mir an. Hatte sie sich vielleicht in den Tannennadeln verhakt?

Eine winzige Handreichung nur könnte nun geholfen haben. Ich bin gespannt, schaue mir aber noch länger dies Wunderwerk der Knospe an.

Wieviel Schönheit übersehen wir durch Oberflächlichkeit und Eile!

Wie wenig gehört oft dazu, eine Komplikation zu erkennen und eine helfende Hand zu reichen!

Alle weltweiten Konflikte sind doch nur Zeichen verweigerter Hilfeleistung.

Wenn wir vor Ort im Kleinen etwas zur Lösung beitragen können, bringt es zumindest Bewegung in ein erstarrtes System.

Und in diesem System bleiben auch wir gefangen, solange wir nichts tun.

Ein paar Stunden später ist es immer noch eine Knospe. Also befreite ich sie noch etwas mehr von behindernden Tannenzweigen.

Es ist inzwischen 5 Min. vor 14.00 Uhr.

15.35 Uhr:

Sie gibt sich alle Mühe, bläht sich, plustert sich auf, ent-faltet sich, will eine Blüte werden. Aber schafft sie es?

Möglicherweise ist doch die feine Spitze beschädigt worden, und da nützt alles Mühen nichts.

Und hier sind auch Grenzen unseres Helfenwollens; denn so Feines kann von Menschenhand nur zerstört werden.

Mit wie feinen „Werkzeugen“ werden aber die uns unsichtbaren wesenhaften Helfer/innen arbeiten?

Vielleicht bekommen wir ein Ahnen davon, wie da alles auf feinste Zusammenarbeit ankommt, im Sinne des Schöpfers?

Schon reichlich Hummelbesuch..

hatten heute morgen die Nelke und das Löwenmaul. Ich schaute nur von meiner Liege aus und freute mich daran.

Aber aufstehen mochte ich nicht. Die Feierstunde war einfach zu schön.

Gerade sehe ich, daß die blaue Trichterblüte für die Hummeln noch interessant ist. Schade, daß aus dieser Entfernung nichts zu erkennen ist.

Ein neuer Morgen grüßt mit neuen Blüten

Eine rosa Blüte zeigt sich wieder in der „Fächerblume“/“Tigerlilie“*

Und eine magenta-sammetblaue an den Kletterstangen

Und eine weitere dunkelblaue noch knospenhaft versteckt zwischen den Tannenzweigen.

Und als Überraschung kommt heute eine weiße Windenblüte hinzu.

Ich habe mich wirklich auch über sie gefreut in dieser Runde. Nur Frage ich mich, woher sie stammt?

Hier sind sie noch einmal alle etwas später:

*Neomarica gracilis“ ist ihr schöner lateinischer Name. Er fällt mir gerade wieder ein. So will ich sie nun nennen.