Heute erwartete ich nichts Neues…

Und doch gibt es wieder eine Überraschungsblüte auf meinem Balkon.

Zunächst einmal ein Rundblick:

Nun hier eine weiße Windenblüte:

Und hier die Überraschung:

Eine rosa Blüte, an einem ganz anderen Platz diesmal.

Hier entdeckte ich vor Tagen doch gerade eine hell-violet-blaue Blüte. Wie kommt denn eine rosa Blüte hierher?

Ich hatte vor kurzem meine Löwenmäulchen und Co. von Malven und Windenblättern, unter denen sie zu ersticken drohten, befreit.

Sie atmeten seitdem auf und haben sich prächtig entwickelt, wie man sieht.

Die Malven und Winden sind auch gut angewachsen und haben nun noch mächtigere Blätter hervorgebracht.

Ja, und dazwischen leuchtete zuerst die Blau-violette und heute die rosa Windenblüte hervor.

Es gibt doch immer wieder Überraschendes, das erfreut!

So viele Blautöne

Blau ist nicht gleich Blau. Wie unterschiedlich erscheint es doch!

Zuerst erschienen mir die 4 blauen Blüten gleich. Aber wandelt sich das Blau, paßt es sich der Umgebung an, changiert es noch während der Blütezeit?

Diese beiden erscheinen als Paar heller als das andere Paar um die Fichte herum:

Diese beiden Blüten wirken samtig-dunkel-violett.

Würden wir uns Klänge dazu vorstellen, so wären die beiden ersten wie Geigen- oder Bratschentöne, die anderen beiden wie ein tiefer weicher Cello-Klang.

Ist dieser Vergleich so abwegig?

Man spricht von Klangfarben und von Farbklängen.

Und das ist, glaube ich, richtig nachempfunden. Es scheint zwischen Farben und Klängen ein Zusammenhang zu bestehen, ein feines freies Zusammenwirken.

Nun fällt uns das Summen und Brummen der Bienen und Hummeln ein, wie ein musikalischer Ausdruck dessen, was dazu paßt.

Welch ein Blütenwunder!

Als ich eben auf den Balkon trete, um die neuen Blüten zu bewundern, bin ich doch wieder einmal freudig überrascht:

Statt drei erwarteten dunkelblauen Trichterblüte sind es auf einmal vier, dazu eine rosa in der Neomarica Gracilis.

Und als unerwartete Überraschung kommt hinzu, daß neben den weißen noch eine zart-blau-violette Blüte gekommen ist, also an einem ganz anderen Platz, als wo ich gestern eine entdeckte.

Dunkelblau, hellblau, rosa, weiß, zart-blau-violett, – so eine breite Farbpalette, wozu ich weiter nichts getan habe!

Ich staune und sage dem „Himmel“ „Danke!“

Und worüber ich mich am meisten freue, das ist die Harmonie, Anmut und Grazie, mit der sich die Blüten aneinanderreihen.

Die einzelnen Knospen sagen nichts darüber aus, wie sich alles dann als Bild ordnet.

Es hat zwar jede Blüte genau ihren vorgesehenen Platz; da rührt und bewegt sich nichts, auch die einmalige Ausrichtung.

Wie alles zusammen dann aber wirkt, das ist so überraschend.

Natürlich kommt die Vielfalt der Farben nun noch dazu.

Eine neue Knospe

Es sind ja drei Knospen, die morgen als blaue Tichterblüten erscheinen werden. Dazu noch eine rosa Knospe.

Hier wollte ich vor allem die unversehrte Schönheit der einen Knospe zeigen, die an ein Schneckenhaus erinnert, das es tatsächlich gibt.

Im Großen wie im Kleinen, im Mikrokosmos wie im Makrokosmos, in unüberschaubarer Vielfalt,

Im Zarten wie im Festen, Harten…zeigen sich immer wiederholende Formen eines großen WILLENS, der wortlos zu uns spricht,

damit wir im Staunen und Nachschaffen diesem wunderbaren Schöpfungsweben Ausdruck verleihen.